Transhumanismus in Zeiten von Corona

Der Zukunftsforscher in mir schwankt ob einer Mitteilung von Zoltan Istvan von heute morgen. Zoltan ist einer der profiliertesten Transhumanisten der USA und darüber hinaus. Er treibt das Thema inhaltlich voran und weiß auch die nötige Publicity zu erzeugen, bis hin zur eigenen Präsidentschaftskandidatur. Zugleich ist er einfach ein sehr netter Kerl, der in keiner Fußgängerzone dieser Welt ohne weiteres Aufsehen erregen würde.

Bei LinkedIn verbreitet er heute morgen folgendes Statement:

Wer in den vergangenen Wochen den Corona-Lockdown unterstützt hat, trägt mittelbar Verantwortung für schrumpfende Budgets in der medizinischen Forschung abseits der Virologie. Daher: Wer heute schon ein gewisses Alter erreicht hat, für den könnte der nötige Durchbruch bei der erheblichen Verlängerung des menschlichen Lebens schlicht zu spät kommen. So der Blick des Transhumanismus.

Das mag als Theaterdonner abtun, wer es mag. Zoltan hat aber doch zumindest einen Punkt hier: Treffen wir die richtige Balance zwischen maximaler, kurzfristig notwendiger Aktion und dem Mut, groß, langfristig und visionär zu denken? Niemand kann wollen, dass Menschen schwer erkranken, weil wir nicht schnell genug einen Impfstoff gegen den aktuellen Corona-Virus entwickelt haben. Aber wollen wir, dass wir das menschliche Leben erst später deutlich verlängern, als wir es möglicherweise sonst könnten? Wie unmittelbar die Wechselwirkungen am Ende auch sein werden, der Ruf nach Mut und Vision in Zeiten von Aktion ist notwendig.

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