Erste DiGA-Anmeldungen: Ist das die Zukunft der Medizin?

Das Rennen ist eröffnet, DiGA können auf den Weg gebracht werden. Genauer: Es ist möglich, den formellen Antragsweg zu beschreiten, um eine Finanzierung aus dem Gesundheitssystem zu ermögliche. Oder, in sehr ordentlicher Formulierung: Hersteller von Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) können einen Antrag zur Aufnahme in das DiGA-Verzeichnis beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stellen. Die ersten 15 DiGA sind eingereicht, die Übersicht findet sich hier und wird laufend aktualisiert.

In Zeiten, in denen die Professionalität der statistischen Auswertung von Studien in Schlagzeilen des Boulevards diskutiert und diskrediert wird, ein Disclaimer vorab: Natürlich erlauben es die ersten 15 Einreichungen nicht, ein umfassendes und differenziertes Bild der digitalen Medizin zu zeichnen. Doch ein erster Eindruck sei erlaubt.

Was sehen wir in dieser Reihe der DiGA? Anwendungen zum Thema Ernährung, Verdauung, Diabetes. Apps zu psychischer Gesundheit und Stress. Migräne-Apps, Schlaftraining und Mobilitätsanalyse. Eine befasst sich mit der Daten-Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Und dann ist da ADA. Ganz offensichtlich ist diese Technologie das, was der Zukunft der Medizin in Deutschland 2020 am nächsten kommt. Das ist eine gute Nachricht; im Sinne von: Immerhin. Wer allerdings durch die Etablierung von DiGA einen Schub in Richtung zukunftsweisender digitaler Medizin erwartet hatte, braucht keine neue App, sondern schlicht: Mehr Geduld.

Worin liegt der kategorische Unterschied hier? Wer Schlaf- oder Darmprobleme hat, findet mit der passenden App sicher Hilfe. Gut so. Die Zukunft der digitalen Medizin – und damit ist hier gemeint: Das wahre Potenzial der Daten – wird dort erst sichtbar, wo die Diagnose noch nicht steht. Daten heben Anamnese-Prozesse auf eine völlig neue Ebene. Hier liegt die Kraft der digitalen Medizin, in der Vernetzung, Verknüpfung, Aufbereitung und Interpretation größter Mengen unterschiedlichster Daten. Das kann ADA. Dazu trägt sicher auch Scitim bei. Ende in dieser Liste.

Es mag sein, dass hier genau diejenigen Anwendungen in der ersten Reihe stehen, die ohnehin fertig entwickelt waren und sich nun lediglich einen zusätzlichen Erlösstrom erschließen wollen. Es mag ebenfalls sein, dass diese sehr konkreten Anwendungen einfach schneller und leichter zu entwickeln sind. Zum dritten vermögen sie zweifellos Nutzen zu stiften. Aber wenn wir nach der Zukunft der Medizin fragen, warten wir noch auf etwas, das ebenso viel – oder gar mehr? – Zukunft ist als ADA.

Vernichtendes Ergebnis des EPatient Survey

Der EPatient Survey ist eine zumindest halbwegs repräsentative Online-Studie zum Zustand der digitalen Gesundheit in Deutschland und vor allem der Nutzung digitaler Gesundheitsangebote durch die Patienten. Also: Kunden. Das ist positiv, da können wir etwas lernen. Gerade haben Alexander Schachinger und Team die Ergebnisse 2020 vorgestellt. Das Learning: Es ist ein Trauerspiel.

Ein Schlaglicht: Die Nutzung der Online-Sprechstunde bei Arzt und Ärztin hat sich verdreifacht. Klingt gut. Der Anteil der Patient*innen, die die Online-Sprechstunde genutzt haben, ist von 0,7% auf 2% angewachsen. Die banale Erkenntnis muss also lauten: Die Online-Sprechstunde findet nicht statt. Sie ist eine Chimäre. Dass der Erhebungszeitraum den Anfang der Corona-Pandemie mit eingeschlossen hat, bestärkt nur diese Interpretation.

Der Studienleiter sieht hier einen “großen Zuwachs”. Die Digitalunternehmerin und Mitgründerin des Spitzenverbands Digitale Gesundheitsversorgung, Diana Heinrichs, kommentierte auf der heutigen digitalen PK: “Das Ergebnis ist vernichtend”.

Julia Hagen von Bundesgesundheitsministerium berichtete aus Workshops mit Ärzten zu Gesundheitsapps und der Nutzung in Beratung und Behandlung. Ein prägender Eindruck: Die Ärzte seien überwiegend positiv gestimmt, fürchteten aber Mehrarbeit. Der interessierte Beobachter fragt sich: Ja, was denn sonst? Das auch in der PK zitierte Beispiel von Amazon und deren kompromissloser Einfachheit in der Bedienung ist eben das Ergebnis außerordentlich harter Arbeit. Der EPatient Survey sagt: Die Menschen wünschen sich einfache und nützliche Gesundheitsapps, eine relevante Nutzung allerdings findet derzeit nicht statt, jedenfalls bei den Apps, die der Gesetzgeber auf dem Schirm hat. Man müsse jetzt doch einmal die PTA in den Apotheken dazu bringen, die Kunden aktiv auf Gesundheitsapps anzusprechen. Ob man denn wenigstens das Bildungssystem in Sachen Digitalisierung überholen könne, fragt sich der Moderator der PK. Auch die Auswahl der Ziele sagt etwas über die eigenen Ambitionen.

Was also ist trauriger? Die Erkenntnisse, die im Grunde eine ungute Vorahnung nur mit neuen Daten untermauert haben – oder die Reaktion darauf? Treffen Sie bitte selbst eine Entscheidung.

Transhumanismus in Zeiten von Corona

Der Zukunftsforscher in mir schwankt ob einer Mitteilung von Zoltan Istvan von heute morgen. Zoltan ist einer der profiliertesten Transhumanisten der USA und darüber hinaus. Er treibt das Thema inhaltlich voran und weiß auch die nötige Publicity zu erzeugen, bis hin zur eigenen Präsidentschaftskandidatur. Zugleich ist er einfach ein sehr netter Kerl, der in keiner Fußgängerzone dieser Welt ohne weiteres Aufsehen erregen würde.

Bei LinkedIn verbreitet er heute morgen folgendes Statement:

Wer in den vergangenen Wochen den Corona-Lockdown unterstützt hat, trägt mittelbar Verantwortung für schrumpfende Budgets in der medizinischen Forschung abseits der Virologie. Daher: Wer heute schon ein gewisses Alter erreicht hat, für den könnte der nötige Durchbruch bei der erheblichen Verlängerung des menschlichen Lebens schlicht zu spät kommen. So der Blick des Transhumanismus.

Das mag als Theaterdonner abtun, wer es mag. Zoltan hat aber doch zumindest einen Punkt hier: Treffen wir die richtige Balance zwischen maximaler, kurzfristig notwendiger Aktion und dem Mut, groß, langfristig und visionär zu denken? Niemand kann wollen, dass Menschen schwer erkranken, weil wir nicht schnell genug einen Impfstoff gegen den aktuellen Corona-Virus entwickelt haben. Aber wollen wir, dass wir das menschliche Leben erst später deutlich verlängern, als wir es möglicherweise sonst könnten? Wie unmittelbar die Wechselwirkungen am Ende auch sein werden, der Ruf nach Mut und Vision in Zeiten von Aktion ist notwendig.

Corona: Keine Lüge, … aber eine Falle

So viel Tempo war noch nie in der Gesundheitswirtschaft. Von einem lokalen viralen Infekt in China zu einer milliardenschweren, paneuropäischen Geberkonferenz in wenigen Monaten. Wir könnten fast glauben, im internationalen Wettbewerb um den ersten Impfstoff gegen Corona entscheide sich die Zukunft der Medizin. Die Digitalisierung der Gesundheit besorgen wir mit der Corona-App. Und die Ethikkommission befasst sich mit der Impfpflicht. Schon sind alle glücklich, bzw. wenigstens beschäftigt. Und in der Falle.

Systeme neigen zum Selbsterhalt. Diese Grundwahrheit aus der systemischen Beratung wird sich in den kommenden Monaten am Beispiel Corona bewahrheiten. Das System hat eine einfache, aber verlockende Falle für uns aufgestellt. Sie folgt einer einfachen Dramaturgie:

  • Wir konnten in kürzester Zeit einen Impfstoff entwickeln, testen und produzieren. Das belegt die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems, Abteilung Forschung.
  • Wir konnten zu jedem Zeitpunkt gewährleisten, dass ausreichend freie Kapazitäten in der Intensivmedizin vorgehalten werden konnten. Das belegt die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems, Abteilung für Stationäres.
  • Wir haben jetzt eine Gesundheitsapp, mit/ohne … (bitte beliebigen Tech-Konzern einsetzen). Das belegt, wie flexibel und entwicklungsfähig unser Gesundheitssystem ist, Abteilung Irgendwas mit Computer.

Der Subtext ist deutlich: Es ist doch alles in Ordnung. Bitte nichts anfassen, nur bitte genau so weiter finanzieren.

Um dem wohlfeilen Konter gleich das Nötige zu entgegnen: Wer in seinem Alltag ein derart gut ausgebautes und finanziertes Gesundheitsnetz unter sich weiß, kann auch in Pandemien leicht cool bleiben. Natürlich. Wir würden dem Virus aber in die besagte Falle gehen, würden wir daraus folgern, es sei schon alles in Ordnung. Als müssten wir nur die Krankenpflege ein wenig besser vergüten und schon stünde er da, der Prototyp eines zukunftsfähigen Gesundheitswesens. Tut er nicht.

Die echte Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft ist weiterhin in vollem Gange. Sie geht weit tiefer als die Bekämpfung eines einzelnen Virus der Corona-Familie. Die Gesundheit ist reif für die Disruption. Dies wird in den kommenden Wochen ein Ort sein, nicht über Corona nachzudenken. Gesundheit ist größer.

Das DVG bringt Pillenknick in Digitalmedizin

Das DVG kommt: Das „Digitale Versorgung-Gesetz“, vom Bundesgesundheitsministerium am 10. Juli vorgestellt. Ein Thema darin: Die App auf Krankenschein. Ist das DVG ein Schritt in Richtung einer zukunftsorientierten Gesundheit? Dazu ein Interview mit Sebastian Vorberg, Fachanwalt für Medizinrecht in Hamburg und Vorstandssprecher des Bundesverband Internetmedizin e.V. (BiM). 

Herr Vorberg, ist das DVG ein Schritt nach vorne?

Ich glaube schon. Das DVG ist ein erster Schritt, ein absolut notwendiger erster Schritt, um digitalen Anwendungen in der Medizin zu einer breiten Akzeptanz zu verhelfen. Das DVG stellt klar, dass der Patient hier einen Anspruch hat. Das ist zwar nicht mehr als eine Selbstverständlichkeit, wird aber hier endlich klargestellt. Insofern ist das DVG richtig, aber nur das Vorspiel zu dem, was jetzt kommen muss. Wir haben gewissermaßen den Nullpunkt erreicht.

Gleichzeitig verlangt das DVG neue Prüfschritte für digitale Angebote. Entstehen hier neue Hürden?

Wir brauchen Qualität und Evidenz in der Medizin, keine Frage, auch im Feld der digitalen Medizin. Wir werden mit dem DVG so etwas wie einen Pillenknick in der Digitalmedizin erleben. Bislang hatten wir eine Zeit der wilden Guerilla-Apps. Da konnten Anbieter mit Unterstützung von Krankenkassen auf Individualbasis in den Markt kommen. Diese Zeit ist jetzt um und das wird zu einem Ausschluss von Angeboten führen. Solange wir keine Regeln zu Evidenz und Qualitätsanforderungen hatten, war es leicht, für 50.000 € eine App zu programmieren. Jetzt entsteht ein regulatorischer Rahmen. Damit verbessern sich die Geschäftsmodelle, denn wir haben klare Wege, wie Anbieter zu ihrem Geld kommen. Im Gegenzug muss ich allerdings an die Entwicklungskosten eine Null anhängen. Das ist für viele Akteure auf dem Markt ungewohnt. Ich sehe durchaus die Gefahr, dass viele das nicht schnell genug sehen.

Stärkt das DVG auf diese Weise die Position der Großen im Gesundheitsmarkt zu Lasten der kleineren Anbieter?

Das hängt stark von der Umsetzung ab. Es muss auch nicht zu einem Innovationsstopp führen. Das Problem sehe ich an anderer Stelle. Wir haben gute Anwendungen im Markt, aber der Nährboden fehlt. Wir brauchen die umfassende Vernetzung im Gesundheitswesen – und da fehlt es. Wenn der Patient sich den Markt und die Anbieter wirklich aussuchen könnte, dann würden wir endlich weiterkommen. Dass die elektronische Patientenakte aus dem DVG herausgenommen wurde, das ist das eigentlich Traurige. So haben wir das DVG – und keiner geht hin.

Lässt die Innovation im Gesundheitssektor überhaupt in klassischer Weise zertifizieren – und damit regulieren?

Wir haben aus gutem Grund begonnen, medizinische Angebote zu regulieren. Früher hatten wir alle möglichen Quacksalber, dann haben wir die Approbation eingeführt, um Scharlatanerie zu vermeiden. Das gilt auch jetzt mit DVG. Aber wir dürfen den Wein der Digitalisierung nicht in die alten Schläuche der Gesundheitswirtschaft kippen. Jeder Strafzettel muss verhältnismäßig sein. Auch bei digitalen Gesundheitsangeboten brauchen wir eine Effektivitätsmaxime.

Sebastian Vorberg ist Fachanwalt für Medizinrecht in Hamburg und Vorstandssprecher des Bundesverband Internetmedizin e.V. (BiM). Seine Kanzlei VORBERG.LAW sitzt in Hamburg und Berlin.

SavorEat: Essen auf Rezept

Aus aktuellem Anlass: Ein weiterer Post zum Thema 3D-Druck von Lebensmitteln und den direkten Auswirkungen auf die Healthcare der Zukunft. Racheli Vizmann, Co-Founder und CEO des israelischen Food-Startups SavorEat, zeichnete heute auf dem Zukunftskongress des 2b AHEAD ThinkTanks ihre Vision für die kommenden zehn Jahre. Wobei „Vision” ganz offensichtlich zu wenig ist, „Roadmap” trifft es eher. Und diese Roadmap zeigt einen direkten Angriff auf die Logiken und Geschäftsmodelle der heutigen Gesundheitsbranche.

Racheli Vizmann, Co-Founder und CEO von SavorEat

Die Eckdaten sind ehrgeizig: Bis Anfang 2022 will SavorEat die erste Stufe seiner Technologie ins B2C-Geschäft bringen, sprich: An den Massenmarkt. Die Basis für die Produktion ist eine Zellulose-Masse, die aus verschiedenen Pflanzen gewonnen wird. In ihrem 3D-Drucker wird diese Masse schichtweise gedruckt und ebenso Schicht für Schicht direkt zubereitet. Damit erreicht SavorEat nicht nur einen Fleisch-ähnlichen Geschmack, sondern auch die passende Textur, bis hin zum mitgedruckten Knochen des Steaks. Das Ziel aber ist erheblich ehrgeiziger als bei den heute gehypten Fleisch-Druckern: Geschmack, Kaugefühl, bis hin zum Klang beim Essen soll das Ergebnis nicht mehr vom Original zu unterscheiden sein.

Lust auf medium rare, aber inside out? Kein Problem, die Grenze ist nur unsere Vorstellungskraft. Die Differenzierung erfolgt auf der Ebene der Zutaten: Im Unterschied zu „Beyond Meat” entstehen bei SavorEat nicht standardisierte Burger-Patties, sondern individuelle Lebensmittel. Und der Drucker liefert nicht zubereitungsfähige Lebensmittel, sondern ess-bereite Mahlzeiten, derzeit sechs unterschiedliche gleichzeitig.

Die Roadmap

Bis Anfang 2022 will SavorEat marktfähige Lösungen haben, um Proteine und Fette variabel steuern zu können. Das Produkt wird auf den individuellen Geschmack und die aktuellen Vorlieben abgestimmt. Es folgen stufenweise bis 2029: Vitamingehalt, Nährstoffe, Zucker, Salz, letztlich mit einem Anspruch, den man in heutigen Denkwelten nur medizinisch nennen kann: Abgestimmt auf den tagesaktuell erhobenen genetischen Zustand des einzelnen Menschen. Ganz praktisch gesprochen: Der Teenager kann jeden Tag Burger mit Pommes essen; es schmeckt auch jeden Tag gleich. Dennoch wird seine Nahrung besser denn je auf seine tatsächlichen körperlichen Bedürfnisse abgestimmt sein, denn die Zutaten variieren täglich.

Der Koch bringt Gesundheit

Das große Bild: Hier wird nicht nur wieder einmal die große Frage nach no kill-meat adressiert und eine alternative Proteinquelle erschlossen. Viel zentraler ist, mit Blick auf die Gesundheit: Wer kocht? Vertrauen wir dem Technologie-Anbieter, auf Basis unserer Echtzeit-Körperdaten Wohlbefinden zu fördern und Krankheiten weitestgehend zu verhindern? Oder kommt das Essen auf Rezept, vom Arzt unseres Vertrauens? Man beachte den hübschen Doppelsinn des Wortes Rezept hier. Sind die approbierten Kompetenzträger hier anschlussfähig, wollen und können sie es? Sind wir, die wir die Verbesserung unserer Gesundheit suchen, bereit, unserem Hausarzt ein digitales, tagesaktuelles Rezeptbuch abzukaufen? Vielleicht nicht dem eigenen Hausarzt, vielleicht einem vernetzten und spezialisierten Experten, der sich räumlich und auch sonst in jeder Hinsicht außerhalb unserer gängigen Regulierung bewegt? Die Botschaft von Racheli Vizmann 2019 ist: Wir haben gute zwei Jahre Zeit, diese Fragen zu sortieren.

Beyond Meat: Heute fängt die Zukunft beim Discounter an

Die Regale der großen Discounter sind üblicherweise nicht die erste Adresse, wenn es um die Zukunft von Healthcare geht. Heute ist das anders, seit heute liegt “Beyond Meat” im Kühlregal bei Lidl. Ein Meilenstein im Lebensmittel-Einzelhandel. Aber mehr als das: Mit Consumer-Produkten wie “Beyond Meat” beginnt auch für Healthcare eine neue Ära. Die Tür für individualiertes Medical Food steht offen.

Bemerkenswert ist dabei, dass sich der Wiesenhof-CEO Peter Wesjohann die exklusiven Vertriebsrechte für Beyond Meat in Deutschland gesichert hat. Wiesenhof reiht sich damit in die Reihe von Unternehmen wie Rügenwalder ein. Eigentlich Klassiker der Fleischindustrie, setzen sie auf die stetig wachsende Gruppe, die vegetarische und vegane Produkte bevorzugen. Mit beiden habe ich diese Entwicklung vor wenigen Wochen bei einer Veranstaltung zur Zukunft der Ernährung im Oldenburger Münsterland diskutiert. In schöner Eintracht hoben beide hervor, dass sie von einem stabilen Wachstum der vegetarischen und veganen Segmente ausgehen. Rügenwalder kann hier inzwischen 30% des Konzernumsatzes verbuchen.

Medical Food

Mit den eigentlich unscheinbaren Verpackungen von Beyond Meat liegt eine neue Idee im Kühlregal. Es erscheint als eine in keiner Weise gewagte Prognose: Die Kunden werden diese Idee mit nach Hause nehmen und sie wird sich verfestigen. Die Idee lautet: Lebensmittel werden für mich hergestellt. Die aktuell diskutierten Technologien für alternative Proteinquellen führen direkt zu On demand-Optionen. Mit exakt derselben Technologie, mit exakt derselben Lieferkette lässt sich der Fleischersatz auch vor Ort im Handel herstellen. Auf Bestellung. Nach meinen geschmacklichen Anforderungen. Und, noch erheblich wichtiger: Auf Basis meiner Gesundheitsdaten. Im ersten Schritt ist mein “Beyond Meat” auf meine Allergien und Unverträglichkeiten abgestimmt. Im zweiten Schritt gleicht es in Echtzeit gemessene Nährstoffdefizite aus. Der Schritt zu Medical Food auf Bestellung könnte nicht kleiner sein.

Ganz nebenbei ist die Einführung von “Beyond Meat” damit auch ein Bilderbuch-Fall für exponentielles Wachstum. Wer es perspektivisch nur auf den Markt “Burger für Veggies” beschränkt, übersieht das eigentlich Potenzial: Individuelles Fleischartiges, made to order. Im Blick sind nicht die 10% Vegetarier, im Blick sind alle die Menschen, die durch Ernährung ihr Wohlbefinden steigern wollen, nämlich: alle.

Mysterium Arztbrief

Die Meldung ist zwei Wochen alt, sie hat das Zeug zum Skandal und verhallt doch ungehört: Ein großer Teil von Hausärzten verbringt täglich bis zu eine Stunde mit der Lektüre von Arztbriefen, besonders aus Kliniken. Und sie verstehen sie nicht. Eine Studie der Universität Düsseldorf belegt dies sehr anschaulich. Die Ärztezeitung hat darüber berichtet. Es soll niemand sagen können, er habe es nicht gewusst. Und doch: Nichts.

Unverständliche Abkürzungen, überflüssige Informationen, keine Struktur, echte Lücken. Der Arztbrief in seiner heutigen Form ist ganz offensichtlich kein geeignetes Instrument für die Arzt-zu-Arzt-Kommunikation. Dabei bestehen klare gesetzliche Verpflichtungen zu einem verlässlichen Entlassmanagement. Autor und Leser des Briefes haben auch beide studiert, sogar dasselbe Fach. Dennoch ist die Qualität der Kommunikation so miserabel, dass der Arztbrief mehr ist als eine Fehlerquelle: Er ist offensichtlich eine Fehlergarantie.

Und doch treffe ich immer wieder Akteure des Gesundheitswesens, für die der Scan eines handschriftlichen Arztbriefes bereits ein Schritt in Richtung Digitalisierung ist. Zuletzt auf einer hochrangig besetzten Konferenz in Berlin im April 2019. Spoiler Alarm: Ist es nicht. Die Studie der Universität Düsseldorf belegt deutlich, wie tief die Früchte der Digitalisierung des Gesundheitssystems eigentlich hängen. 12.000 Symptome sind klassifiziert. Sie gilt es aufzunehmen, zu dokumentieren und daraus auf eine oder mehrere von 10.000 beschriebenen Krankheiten zu schließen.

Was für das menschliche Hirn eine laufende Überforderung ist, mutiert in der digitalen Kommunikation zur Fingerübung. Jeder Informatik-Student im ersten Semester programmiert zum Aufwärmen eine Kommunikationslogik, die diese Informationen zuverlässig aufbereitet und transportiert.

Haben wir eigentlich jemals geglaubt, ein Brief sei das geeignete Medium, um komplexe medizinische Daten zu teilen? Von der legitimen Anforderung von Patienten, die eigenen medizinischen Daten und deren klinische Interpretation zuallererst selbst zu erhalten – und das in einer verständlichen Form – sprechen wir ja noch gar nicht. Wer ernsthaft ein Interesse an einer zunehmend digitalisierten Medizin zum Wohle des Menschen hat, fängt morgen an.

Drei Fragen – drei Antworten: Dr. Stefan Knupfer, Vorstand der AOK Plus

Das 2b AHEAD-Expertennetzwerk im Dialog. In regelmäßiger Folge formulieren Gesundheitsexperten relevante Fragen zur Zukunft der Gesundheit. Andere Experten aus unserem Netzwerk nehmen dazu Stellung – und stellen wiederum neue Fragen, die an neue Experten gehen. So wächst ein inspirierender Dialog, den wir immer weiter fortschreiben werden.

Heute im Fokus: Dr. Stefan Knupfer von AOK Plus

Dr. Stefan Knupfer, AOK PlusDie Expertenfragen gehen heute an Dr. Stefan Knupfer, stellvertrender Vorsitzender des Vorstandes bei der AOK Plus für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden. 2006 wurde Herr Dr. Knupfer zum Bevollmächtigten des Vorstandes ernannt. Mit der Fusion zur AOK PLUS übernahm er die Aufgabe des Geschäftsführers des Unternehmensbereiches Markt. Seit 2011 arbeitete er als Geschäftsführer der Unternehmenseinheit Finanzen/Controlling und Bevollmächtigter des Vorstandes.

Die Zukunft des Solidaritätsprinzips in einer alternden Gesellschaft

Peter Ohnemus, DacadooPeter Ohnemus, Gründer und CEO von Dacadoo: Wie soll das Solidaritätsprinzip in einer Welt finanziert werden können, in der wir durchschnittlich über 85 Jahre alt werden und bald 30% der deutschen Bevölkerung 65+ sein wird?

Dr. Stefan Knupfer, AOK PlusDr. Stefan Knupfer, stellvertrender Vorsitzender der AOK Plus: Die dem Solidarprinzip bis heute zugrundeliegende Logik basiert auf der Annahme, dass eine alternde Gesellschaft zugleich eine kränkere Gesellschaft sein muss. Ich glaube dieser Ansatz ist obsolet.

Ist es nicht inzwischen vielmehr so, dass ältere Menschen länger gesund bleiben und gesünder altern? Ist es nicht auch so, dass alternden Menschen heute bessere und auch kostengünstigere Therapien zu Verfügung stehen, als noch vor einigen Jahren?

Die Hauptlast der Gesundheitsausgaben im Leben eines Menschen fällt in den letzten drei Lebensjahren an und ist bei chronisch kranken Menschen signifikant höher als bei nicht chronisch Kranken. Ist es an dieser Stelle also nicht viel sinnvoller, den Fokus auf die Prävention chronischer Erkrankungen zu legen? Ich denke, die digitale Transformation bietet hierbei zahlreiche Chancen, deren Potenzial im Moment bei Weitem noch nicht hinreichend genutzt wird.

Fakt ist, dass sowohl der medizinische Fortschritt aber im Besonderen auch die Digitalisierung mit großen Schritten voranschreiten. Damit einhergehend offenbaren sich zahlreiche bisher noch nicht oder nur unzureichend genutzte Möglichkeiten, die Gesundheitsversorgung anders aber auch effizienter zu gestalten und dabei das Wohl des Einzelnen in einer alternden Gesellschaft nicht aus dem Blick zu verlieren.

Darüber hinaus basiert das gesellschaftliche und wirtschaftliche System in Deutschland derzeit im Wesentlichen auf Privateigentum wobei ein Umverteilungsprinzip bzw. der Ansatz einer Sharing Economy bisher nur wenig zum Tragen kommen. Infolge des demographischen Wandels und zunehmender Individualisierungstendenzen gerät das Solidarprinzip von Gesetzlichen Krankenversicherungen in Schieflage. Dies wird zukünftig den politischen Weg für eine Bürgerversicherung zur Grundversorgung oder eine neuartige Finanzierung des Solidaritätsprinzips durch Steuersubventionierung z. B. aus einer Finanztransaktionssteuer ebnen.

Zukünftig wird Verteilungsgerechtigkeit eine größere Rolle spielen müssen. Gesundheit wird zu einem öffentlichen Gut. Besondere Herausforderungen liegen in der gerechten Verteilung der Gesundheitsressourcen und im gerechten Zugang zur Gesundheitsprävention und -versorgung für alle Menschen, unabhängig von Herkunft und Einkommen. Rationalisierung durch Digitalisierung allein wird nicht ausreichen, um den Kostendruck durch medizinischen Fortschritt und demographischen Wandel zu kompensieren.

Damit wird die Frage nach einer alternativen Systemlogik unumgänglich. In einer auf Verteilungsgerechtigkeit fußenden Sharing Economy hat jeder Mensch die gleichen Zugänge zu medizinisch-technischen Innovationen. Ebenso machen Trends wie beispielsweise der zunehmende „Medizintourismus“ i. S. einer länderübergreifenden Inanspruchnahme medizinischer Leistungen aber auch die zunehmende Bereitschaft zum Teilen von Daten ein grundsätzliches Umdenken erforderlich. Big Data kann aus meiner Sicht eine neue „Währung“ sein und die obsoleten Kausalitätsargumentationen ablösen. So drückt in Zeiten digitaler Transformation ein um die Datenteilungsdimension erweiterter Solidargedanke auch zukünftig den Willen der Menschen aus, füreinander einzustehen.

Experimentelle Medizin für todkranke Patienten

Liz Parrish, BiovivaLiz Parrish, Gründerin und CEO von Bioviva: Glauben Sie, dass todkranke Patienten Zugang zu experimenteller Medizin haben sollten?

Dr. Stefan Knupfer, AOK PlusDr. Stefan Knupfer, stellvertrender Vorsitzender der AOK Plus: Die experimentelle Medizin stellt in meinen Augen die Basis aller therapeutischen Interventionen dar, denn sie legt mit Proof-of-Principle-Experimenten die Grundlage für weiterführende klinische Studien.

Experimentelle Medizin ermöglicht es, menschliche Krankheiten, also beispielsweise deren Ursprung, deren Pathogenese sowie deren Auswirkungen für den Organismus überhaupt zu verstehen und aus diesem Verständnis heraus neue wirksame Therapien verschiedenster Natur zu entwickeln. Experimentelle Medizin bedeutet in der Regel Grundlagenforschung – natürlich mit dem Ziel, praktisches therapeutisches Handeln am Krankenbett zu verbessern.

Bis die Erkenntnisse experimenteller Medizin jedoch tatsächlich am Krankenbett zur Verfügung stehen, vergeht oftmals viel Zeit – Zeit, die ein sterbenskranker Mensch unter Umständen nicht mehr hat. Ein solch sterbenskranker Mensch, der in voller Kenntnis und in vollem Bewusstsein seiner Situation ist, und sich aus freien Stücken dafür entscheidet, sollte aus meiner Sicht Zugang zu experimenteller Medizin – also zu medizinischen Interventionen, welche noch nicht vollumfänglich evidenzbasiert für die Gesundheitsversorgung zugelassen sind – haben.

Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass sterbenskranke Menschen oftmals nicht mehr fähig sind, eine solche Entscheidung vollen Bewusstseins und voller Willenskraft selbst zu treffen. Hier sehe ich eine ethische grundlegende Frage unserer Gesellschaft, die dringend eines offenen Diskurses bedarf: Wie gehen wir mit den fortschreitenden medizinischen Möglichkeiten um, über die wir inzwischen verfügen, um sterbenskranke Menschen künstlich am Leben zu erhalten? Dürfen Personen des Vertrauens für sterbenskranke Angehörige sprechen, also in deren (mutmaßlichem) Willen handeln, wenn es darum geht, experimentelle Medizin als ultima ratio zu wählen oder gar, um den todkranken Menschen für weiterführende Grundlagenforschung verfügbar zu machen?

Hierzu gibt es bisher keinen gesellschaftlichen Konsens, keinen von allen Menschen getragenen „modus operandi“. Insofern verbietet sich derzeit also eine generalistische Antwort auf die wohl stets individuell zu beantwortende Frage des Zugangs zu experimenteller Medizin für sterbenskranke Menschen.

Der Arzt als „gesundheitlicher Seelsorger“

Frieder Hänisch, Limbachgruppe Frieder Hänisch, Business Development, Limbach Gruppe: Ist die wesentliche Rolle des Arztes in Zukunft weiterhin der „gesundheitliche Seelsorger“, welcher die Therapieentscheidung herbeiführt und gegenüber technischen Diensten (beispielsweise ADA-App) einen Kompetenzvorsprung hat, oder wird er lediglich als juristische Person für Haftungsfragen im Gesundheitswesen benötigt?

Dr. Stefan Knupfer, AOK PlusDr. Stefan Knupfer, stellvertrender Vorsitzender der AOK Plus: Als Einstieg eine Gegenfrage: Ist der Arzt heute wirklich ein „gesundheitlicher Seelsorger“? Ist er nicht vielmehr ein recht rationaler „Erfasser des Gesundheitszustands“ und ein Therapeut von oftmals nur Symptomen, nicht jedoch von systemischen und dazu noch dynamischen Zuständen – denn schließlich sind Krankheit und Gesundheit keine statischen Entitäten?

Die sogenannte „sprechende Medizin“, die hohe Anforderung an soziale Kompetenzen des Mediziners stellt, ist in den vergangenen Jahrzehnten tatsächlich immer mehr in den Hintergrund der ärztlichen Tätigkeit getreten. Ich glaube jedoch, dass sich dieser Trend wieder in Richtung einer Rückbesinnung auf die – nennen wir sie doch – „seelsorgerischen“ Kompetenzen entwickeln wird. Soziale Kompetenzen, ein hohes Maß an Empathie und die Fähigkeit, andere Menschen zu beraten, vielleicht sogar zu coachen werden die Rolle des Arztes in Zukunft maßgeblich ausmachen.

Gleichermaßen wird von Ärzten in Zukunft ein viel größeres Verständnis im Umgang mit digitalen Anwendungen verlangt werden, denn diese werden die Arbeit von Ärzten am Patienten zukünftig in viel höherem Maße unterstützen. Die Rolle des Arztes wird sich zwischen dem Arzt als „Life Scientist“ und dem Arzt als „Mental Scientist“ bewegen. Die Informationsasymmetrie zwischen Arzt und Patient nimmt immer mehr ab, was bedeutet, das mündige und gut informierte Patienten in Zukunft für ihre jeweilige Gesundheitssituation die bestmöglichen Angebote von einem Arzt erwarten.

Die Rolle des Arztes wird sein, gemeinsam mit seinem Patienten und mit digitaler Unterstützung jeweils die beste Form der Prävention, Diagnostik oder auch der Therapie zu finden.

BGM der Zukunft

Im 2b AHEAD ThinkTank haben wir heute eine aufschlussreiche Diskussion über das BGM der Zukunft geführt. Das hat mich dazu gebracht, einige zentrale Prognosen zu diesem Instrument in Thesen zu fassen. Das Berufliche Gesundheitsmanagement wird in diesem Zukunftsbild eine wesentliche Rolle im Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer spielen. Mehr noch: Es wird zum zentralen Gestaltungsinstrument bei der Planung der individuellen Aufgaben. Direkt formuliert: Warum soll es mir nach der Arbeit nicht besser gehen als vorher?

Hier sind die Thesen, mit der Bitte um Kommentar, Widerspruch oder Ergänzung.

 

1. Der Mensch ist niemals ganz krank oder ganz gesund. Im Fokus der Gesundheit der Zukunft steht das individuelle Wohlbefinden. Dieses ist in Echtzeit hoch differenziert messbar.

2. Prävention der Zukunft dient nicht mehr vorrangig der Vermeidung von gesundheitlichen Schäden, sondern der Optimierung des Wohlbefindens. Wirksame Prävention zielt auf die Steigerung des individuellen Wohlbefindens.

3. Prävention ist evidenzbasiert – und das heißt vor allem: datenbasiert.

4. Kern des BGM der Zukunft ist es, den Einfluss von Arbeit und Arbeitsumfeld auf das Wohlbefinden des einzelnen Mitarbeiters transparent zu machen.

Von der Belastungs- zur Entlastungsperspektive

5. Je vernetzter die Arbeitswelt ist, desto eher erlaubt diese Analytik auch eine Vorhersage. Predictive Analytics im BGM bedeutet: Der Dienstplan, der Projektplan, der Aufgabenplan wird zum individuellen Belastungsplan.

6. Die Analytik ist verfügbar. Das BGM der Zukunft steht damit im Wettbewerb zu Analysen anderer Anbieter aus der Gesundheitsbranche und darüber hinaus.

7. Die Frage für das Unternehmen der Zukunft ist also nicht, ob die eigenen Mitarbeiter den Einfluss der konkreten Tätigkeit auf das eigne Wohlergehen messen können. Die Frage ist, ob es auch in der Lage ist, diesen Einfluss zu messen – und zur Steuerung zu nutzen.

8. Dasjenige Unternehmen ist im Vorteil, das in der Lage ist, auf Grundlage dieser Analytik den individuellen Belastungsplan in einen Entlastungsplan zu wandeln. Das BGM der Zukunft ist das zentrale Instrument des Unternehmens, die individuelle Wirkung geplanter Tätigkeiten auf den Mitarbeiter zu prognostizieren – und die Tätigkeiten auf dieser Grundlage anzupassen.

9. Das BGM wird so belastbar relevant als Faktor der Arbeitgeberattraktivität. Es belegt, wieviel besser es dem einzelnen nach der Arbeit durch die Arbeit geht. Gerade in Branchen mit durchgängiger Tarifierung der Löhne und traditionell belastenden Arbeitsplätze – Pflege, Sicherheit, Bildung – wird ein transparentes BGM einen wichtigen Unterschied bei der Personalgewinnung machen.

10. Der Vollständigkeit halber: Verantwortlicher Umgang mit Datensicherheit vorausgesetzt, ist der Datenschutz hier kein Hinderungsgrund. Die Mitarbeiter der Zukunft wollen solche Services. Wo immer sie einen persönlichen Nutzen erkennen, werden sie ihre Daten teilen wollen. Siehe Google Maps.