Die Healthcare der Zukunft beginnt zwischen Arzt und Patient (Teil 2)

Ein Gespräch mit Markus Bönig, Gründer und CEO von Vitabook, zur fehlenden Innovation im Gesundheitswesen, zur Healthcare der Zukunft und dem schwierigen Verhältnis von Ärzten und Daten (Teil 2/2).

 

Im ersten Teil des Gesprächs hat Markus Bönig begründet, warum wir den Umgang mit Daten in der Healthcare der Zukunft neu denken sollten. Wir müssen, so seine Einschätzung, den Fokus im Gesundheitsmanagement von den Standard Operation Procederes auf die Standard Information Procederes verlegen. Grundlage für ein intelligentes Datenmanagement ist ein neuer Umgang mit einer großen Menge persönlicher Gesundheitsdaten. Im zweiten Teil des Gesprächs haben wir die Bedeutung von Gesundheitsdaten thematisiert und darüber gesprochen, wie dies die Rollen von Arzt und Patient verändert.

Markus Bönig, Gründer von vitabook, gestaltet die Healthcare der Zukunft

Herr Bönig, ist der Begriff des Patienten für die Healthcare der Zukunft eigentlich noch angemessen?

MB: In gewisser Weise schon. Im Gesundheitswesen ist der Patient am Ende derjenige, der das System ertragen und erdulden muss. Gerade im Verhältnis zum Arzt ist er vielfach noch ganz klassisch Patient.

… und in Zukunft?

MB: Das Arzt-Patienten-Verhältnis steht vor einem grundlegenden Wandel. Patienten werden in immer stärkerer Weise als echtes Gegenüber mit Ihrem Arzt interagieren wollen. Das Grundverhältnis wird uns dabei sicher erhalten bleiben. Das Zentrum des gesamten Gesundheitssystems ist die Arzt-Patienten-Beziehung. Gleichzeitig werden Ärzte aber in Zukunft selbst verstärkt durch Technik unterstützt. In Zukunft wird es selbstverständlich eine künstliche Intelligenz sein, die den Arzt bei Diagnose und Therapievorschlägen unterstützen wird. In der Radiologie ist dies besonders stark bereits zu sehen. Blutproben werden in sehr viel stärkerem Maße zukünftig automatisiert analysiert werden können. Trotz all dieser Entwicklungen wird der Arzt aber auch weiterhin der maßgebliche Akteur sein – gemeinsam mit dem Patienten.

Geben Sie uns eine Einschätzung, wann dies eingetreten sein wird?

MB: In spätestens fünf Jahren werden wir die entscheidenden Durchbrüche beim Einsatz Künstlicher Intelligenz im medizinischen Labor sehen. Ende der 20er Jahre wird sich auch das Arzt-Patienten-Verhältnis insgesamt auf breiter Front verändert haben. Wer heute ein Medizinstudium beginnt, muss wissen: Ich werde einen vollständig veränderten Beruf ausüben.

 

Markus Bönig ist Gründer und CEO von vitabook. vitabook ist die in Deutschland führende Plattform für ein gemeinsames Therapie-Management von Arzt und Patient. Mit DocDraft – dem Therapiekonfigurator des Arztes, lassen sich in dieser Plattform sämtliche Aspekte einer Therapie in Form von Standard Information Procedures (SIP) strukturiert und standardisiert zwischen Arzt und Patient festlegen und austauschen. Die Daten werden stark verschlüsselt und liegen in der Microsoft Cloud Deutschland, hochgesichert in zwei deutschen Telekom-Rechenzentren. Mehr Informationen auf www.vitabook.de

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